Basisch ernähren

Was bedeutet basische Ernährung? Sauer, basisch? Basen und Säuren kenne ich noch aus dem Chemieunterricht. Das ist allerdings schon einige Jährchen her.

In der letzten Zeit habe ich öfter gehört und gelesen, dass es gesünder ein soll, wenn man sich mit basischen Lebensmitteln ernährt.

Basen sind gut für uns, denn sie sind verantwortlich für unsere Kraft und unsere gesamte Gesundheit. Unsere Energie liegt in den Basen: Spurenelemente und Mineralstoffe. Gemessen wird der saure oder basische Wert einer Flüssigkeit in pH.

Ein regelmässig gleichbleibender basischer Wert in unserem Blut ist z. B. lebenswichtig. Der normale pH-Wert des Blutes liegt ziemlich genau zwischen 7,35 und 7,45. Sollte dieser Wert abweichen, kann dies lebensbedrohliche Folgen für den Betroffenen haben.

Überflüssige Säuren scheidet unser Körper über verschiedene Organe aus: Lunge, Darm und Leber helfen dabei, aber auch über die Haut werden Säurebelastungen ausgeschieden. Die Niere ist das wichtigste Organ bei diesem Prozess.

Trotz der „Reinigungsfunktionen“ der genannten Organe können dennoch Säuren aus der Verstoffwechselung in unserem Körper zurückbleiben. Diese werden dann im Bindegewebe als sog. „Schlacken“ eingelagert und können den Körper belasten. Je mehr Schlacken der Körper enthält, umso schlechter ist es um den Gesundheitszustand bestellt. 

Hinzu kommt, dass mit zunehmendem Alter diese Schlacken zunehmen, gleichzeitig verlangsamt sich der Stoffwechsel, so dass es zu den typischen Alterserkrankungen und Alterserscheinungen kommt. Daher ist gerade für ältere Menschen eine basische Ernährung von so großer Wichtigkeit.

Viele alternative Mediziner gehen davon aus, dass durch unsere heutige Form der Ernährung, die häufig zu viel Zucker, Fleisch und Kohlenhydrate enthält, der Körper übersäuert wird. Sie empfehlen daher die basische Ernährung als besonders gesundheitsfördernd und sogar heilend. Allerdings bestreiten viele wissenschaftliche Mediziner diese These.

Erstaunlich erscheint mir dennoch, dass viele Sportler und gesundheitsbewusste Menschen auf basische Ernährung schwören. Sie ergänzen ihr basisches Programm sogar durch basische Kosmetik und andere basisch-mineralische Hautpflege.

Ich neige dazu, den Alternativmedizinern und Homöopathen und den gesundheitsbewussten Sportlern beizupflichten, denn auch ich bin der Meinung, dass unsere moderne Ernährung mit sehr viel Fast-Food, viel zu viel Fleisch und Kaffee, ständig verfügbaren Süßigkeiten, Alkohol, Nikotin, die meisten von uns übersäuern lassen.

Es ist sehr schwierig, sich gesund zu ernähren. Denn es  ist doch auch so, dass unsere modernen Nahrungsmittel die Bezeichnung „Lebensmittel“ überhaupt nicht mehr tragen sollten, denn sie sind alles andere als nährstoffhaltig. Reichte es vor 50 Jahren aus, einen Apfel zu essen, um den Vitaminbedarf zu decken, so muss man heute mindestens fünf oder mehr Äpfel essen, um die gleiche Menge an Vitamin C und anderen wichtigen Vitalstoffen zu bekommen.

Dies ist zum einen sehr teuer (gerade Obst und Gemüse haben ja trotz abfallender Qualität eine immense Preissteigerung in den vergangen 2-3  Jahren erfahren), ausserdem ist es unpraktisch, für eine 4-köpfige Familie kiloweise Äpfel und anderes Obst einzukaufen, nach Hause zu schleppen und dort auch noch entsprechend zu lagern. Geschweige denn, dass alle Familienmitglieder ihre 5 und mehr Äpfel pro Tag essen.

Zu sorgloser Umgang mit Düngemitteln, ausgelaugte Böden und saurer Regen sorgen dafür, dass wir Zombie-Äpfel essen (sie sehen zwar prima aus, sind aber fast tot, da keine Nährstoffe) und Wasser am Stück konsumieren (Tomaten aus Holland). Mitten im Winter essen wir Erdbeeren aus Südamerika. Die haben zwar kaum Sonne gesehen, aber sehen ja so gut aus und schmecken sogar noch einigermaßen.

Dennoch: diese Produkte sind nicht in der Lage, uns mit den Vitalstoffen zu versorgen, die unser Körper benötigt, um gesund und vital zu bleiben. Jedem von uns sollte klar sein, dass es unbedingt notwendig ist, sich mit den Themen Entsäuerung und Nahrungsergänzung auseinanderzusetzen.

Testen Sie selbst: tun Sie sich einen Gefallen und kaufen in der Apotheke ein Teststäbchen, um Ihren persönlichen pH-Wert zu bestimmen.

Ganzheitliche Mediziner lehren, dass es gesünder ist, sich basisch zu ernähren. Wenn man sich die basischen Nahrungsmittel ansieht, scheint mir diese Annahme gerechtfertigt zu sein. Eine allgemeine Empfehlung lautet: 80% der Ernährung sollte basisch sein, um eine gute Grundlage für die Gesundheit zu legen.

Nachfolgend erhalten Sie eine grobe Übersicht über basische und saure Lebensmittel (alphabetisch geordnet, ohne Anspruch auf Vollständigkeit dieser basischen Lebensmittelliste):

Basische Lebensmittel

Obst: Apfel, Ananas, Aprikose, Avocado, Banane, Birne, Clementine, Erdbeere, Feige, Grapefruit, Him- und Heidelbeeren, Honigmelone, Kirsche, Kiwi, Limette, Mandarine, Mango, Mirabelle, Nektarine, Orange, Pampelmuse, Papaya, Pfirsich, Pflaume, Preiselbeere, Quitte, Reineclaude, Rhabarber, Stachelbeere, Traube (helle und dunkle), Wassermelone, Zitrone, Zwetschge.

Gemüse: Aubergine, Blumenkohl, Bohne, Brokkoli, Champignon, Chicoree, Chinakohl, Erbse, Fenchel, Frühlingszwiebel, Grünkohl, Gurke, Karotte, Kartoffel, Kohlrabi, Mangold, Porree, Paprika, Pastinake, Radieschen, Rettich, Romanesco, rote Beete, Rotkohl, Schwarzwurzel, Spinat, Spitzkohl, Tomate, Weißkohl, Wirsing, Zucchini, Zwiebel.

Salate, frische Kräuter, Sprossen und Keime sind ebenfalls basisch. Ausserdem: Kürbiskern, Mandel, Mohnsamen, Sesam, Walnüsse

Sauer
Gemüse: Artischocke, Rosenkohl, Spargel, alle Hülsenfrüchte

Fleisch / Fisch :
Alle Fleischsorten, auch Fleischbrühe (extrem sauer!), sämtliche Wurstwaren, Schinken, Fische und Meeresfrüchte

Milch: sämtliche Milchprodukte (auch fettarme Sorten, wie z. B. Magerquark, Kefir usw.), Käse (auch Schafs- und Ziegenkäse)

Getreide: alle Getreidesorten und Produkte daraus – auch Vollkornprodukte

Zucker:
Zucker generell, Honig, Süßwaren, alle Nüsse (ausser Mandeln und frischen Walnüssen)
Gehärtete und raffinierte Fette und auch Öle, Margarine, Senf, Essig, Ketchup

Getränke, die Kohlensäure enthalten, Alkohol, außerdem Kaffee, schwarzer Tee, grüner Tee, Eistee

Wenn man säurebildende Lebensmittel zu sich nimmt, sollte man grundsätzlich immer gleichzeitig mit Basenspendern ergänzen, um das Säure Basen Gleichgewicht zu erhalten, bzw. herzustellen.

Ausnahmen bei Lebensmitteln (nicht sauer – nicht basisch): Butter, Sahne, Eier, Soja und Produkte daraus, Knoblauch, Roibos- und Matetee. Allerdings sollte man auf diese Dinge beim Basenfasten dennoch verzichten.

Die obige Tabelle zeigt sehr eindeutig: basische Kost scheint schon deswegen gesünder zu sein, weil sie weniger kalorienhaltig ist und mehr Ballaststoffe enthält.

Gleichzeitig sehen wir, dass eine Kombination aus Zucker und Kohlensäure eine regelrechte Säurebombe für unseren Körper ist. Was wir von Cola und Co. zu halten haben, sollte damit jedem klar sein.

Glücklicherweise gibt es inzwischen diverse Anbieter von speziell basischer Nahrung, basischer Hautpflege und anderen basischen Nahrungsergänzungen von ausgezeichneter Qualität.

Achten Sie bei dem Kauf von Nahrungsergänzungsmitteln auf sinnvolle Produkte, die frei sind von künstlich hergestellten Vitaminen und Vitalstoffen.



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