Was ist Schönheit?

 

Als Kind interessierte mich diese Frage nicht. Vielmehr verwirrte mich der Ausspruch meiner Tante, die oft sagte: „Wer schön sein will, muss leiden“.

Damals, ich war keine 10 Jahre alt, habe ich nicht verstanden, was sie meinte. Aber spätestens in dem Moment, als ich mir das erste mal die Augenbrauen zupfte, wurde mir klar, was dieser Spruch bedeutete.

In der Tat sind die meisten von uns bereit, für das, was wir als schön empfinden, einen nicht unbedeutenden Preis zu bezahlen. Aber was steckt dahinter? Warum wollen wir schön sein?

Schönheit gibt uns ein gutes Gefühl. Wir alle wollen attraktiv sein, weil wir dann Bewunderung ernten, beruflich erfolgreicher sind und uns geliebt fühlen.

Die Schönheit ist ein Thema, das seit jeher die Menschen beschäftigte. Besonders schöne Menschen wurden durch die Dichtung verewigt und besonders verehrt – auch heute noch kennen wir Nofretete, Cleopatra und die geheimnisvolle Mona Lisa.

Dennoch gibt es keine genaue Definition: Schönheit liegt im Auge des Betrachters hören wir oft. Das bedeutet, dass jeder Schönheit als individuell unterschiedlich empfindet.

Obwohl es schwierig ist, eine Beschreibung vollkommener Schönheit zu geben, kann man doch feststellen, dass es einige allgemeingültige Regeln für schönes Aussehen gibt. Schönheit ist zeitgebunden, was wir heute als attraktiv empfinden, galt vor 300 Jahren nicht unbedingt auch als schön. Jede Zeit und jede Kultur hat und hatte ihre Schönheitsideale.

Insgesamt kann man jedoch sagen, dass zur Schönheit ein gepflegtes Äußeres gehört. Ein ungepflegter Mensch, der seine Kleidung vernachlässigt und möglicherweise unangenehm riecht, wird in unserer Gesellschaft kaum als schön gelten.

Gesundheit, Schönheit  und Kosmetik gehören eng zusammen. Gesundheit und Schönheit bedingen einander, eine gute Kosmetik verbessert und betont die persönliche Erscheinung.

Hinzu kommt eine den gesellschaftlichen Normen angemessene Garderobe. Wenn man bedenkt, dass wir die Pflege unseres Körpers und die Garderobe selbst beeinflussen können, dann können wir daraus schliessen, dass im Grunde genommen jeder schön sein kann.

Natürlich gibt es immer Menschen, die von der Natur nicht besonders begünstigt wurden, was das Aussehen betrifft. Dennoch können sie mit einer guten Pflege, Frisur und Kleidung erheblich zu einer Verbesserung ihrer Erscheinung beitragen.

Zur persönlichen Schönheit gehört immer die persönliche Ausstrahlung einer Person. Ein Mensch, der in sich ruht, zufrieden, heiter und ausgeglichen und mit der Welt im Reinen ist, wird dies auch ausstrahlen. Eine solche Ausstrahlung wirkt sich ungemein positiv auf die Umgebung aus; wir nennen das die innere Schönheit.

Ein Mensch mit einer harmonischen inneren Einstellung wird mit Sicherheit als schöner betrachtet, als jemand, der unzufrieden mit sich selbst, pessimistisch, neidisch und missgünstig ist.

Natürliche Schönheit kommt von innen (positive Ausstrahlung) und aussen (Körperpflege, Frisur, Kleidung). Angesichts dieser Tatsachen ist es erstaunlich, dass viele Menschen sich in den genannten Bereichen vernachlässigen, ja regelrecht gehen lassen.

Nun, für alle, denen ihr Äußeres nicht egal ist, bietet die heutige Kosmetik in ihrer atemberaubenden Entwicklung zahlreiche Möglichkeiten zur Verbesserung des allgemeinen Wohlbefindens und des Aussehens. Wir alle wissen um die Vergänglichkeit der Schönheit, aber das sollte uns nicht davon abhalten, uns zu pflegen und unsere Schönheit optisch so lange wie möglich zu erhalten.

Im übrigen schliessen Schönheit und Alter sich ganz und gar nicht aus: es ist immer wieder eine angenehme Erfahrung, einen in  Würde gealterten, weisen Menschen zu betrachten, der Ruhe und Gelassenheit ausstrahlt.

Es gibt allerdings reichlich Zeitgenossen, die das anders empfinden und um jeden Preis etwas gegen die Zeichen der Zeit tun. Es gibt da ja eine bedenkliche Entwicklung im Bereich des Schönheitswahns, der über die Grenzen des guten Geschmacks hinausgeht.

Ein durch Botulinumtoxin übermäßig geglättetes Gesicht, das durch die zahlreichen Unterspritzungen zur Maske erstarrt ist, empfinde ich nicht als schön – im Gegenteil: auf mich wirkt das grotesk, peinlich und unwürdig. Auch die Neigung junger Mädchen, sich bereits im Schulalter Brust, Nase und andere Körperteile korrigieren zu lassen, halte ich für außerordentlich bedenklich.

Michael Jackson ist sicherlich das beste Beispiel für ein falsch verstandenes Schönheitsideal. Aber möglicherweise ist er glücklich mit seinem jetzigen Aussehen. Für mich ist allerdings alles, was einen unnatürlichen Eindruck macht, nicht als schön zu interpretieren.

Sicher, der Preis der Schönheit ist hart: Schönheit erfordert regelmäßigen zeitlichen und finanziellen Aufwand, mitunter piekst es beim Zupfen und ziept es beim Kämmen. Aber der Aufwand lohnt sich: mit attraktivem Aussehen erhalten wir auch ein größeres Selbsbewusstsein, Anerkennung und damit auch eine verbesserte Lebensqualität.

Jeder, der will, kann diesem Ziel durch eine ausgeglichene innere Einstellung, durch gute Körperpflege und optimale Ernährung näher kommen.



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