Wie entsteht Haarausfall?

Unsere Haare sind uns wichtig – prägen sie doch unsere Erscheinung erheblich. Gesundes, kräftiges Haar ist ein Zeichen von Jugend und Attraktivität, und je nach Frisur können wir uns sportlich, konservativ, trendy oder als Vamp präsentieren.

Seit jeher hat der Mensch viel Zeit und Arbeit für die Pflege seiner Haare und für seine Frisur aufgewendet. Zugegeben: Frauen etwas mehr als Männer; sicherlich, weil die Schönheit bei ihnen einen größeren Stellenwert hat.

Nur wenige verzichten freiwillig auf ihre Haare: das sind buddhistische Mönche, oder Mitarbeiter des Militärs, die ihre Haare gerne recht kurz tragen. Wobei die Intention der Mönche sicherlich eine ganz andere ist, als die der Rednecks oder Jarheads. Bei den meisten Menschen ist ein kahler Kopf jedoch nicht sehr beliebt, daher sorgt ein ungewöhnlicher Haarausfall fast immer für großes Entsetzen bei den betroffenen Personen.

Wir alle kennen das: beim Bürsten oder Kämmen des Kopfhaares verbleiben immer einige Haare im Kamm oder in der Bürste. Auch wenn man sich nach dem Haarewaschen die Haare mit dem Handtuch trocknet, bleiben auch dort einige Haare zurück.

Bei einem solchen Phänomen spricht sicherlich niemand von einem Haarausfall. Ein täglicher Verlust von ungefähr 100 Haaren gilt als normal.

Überhaupt: wie viele Haare haben wir denn auf dem Kopf?

Nun, die Anzahl der Haare variiert. Und zwar je nach Farbe: Personen mit roten Haaren haben ca. 90.000 Haare, Menschen mit schwarzen Haaren haben ungefähr 100.000 Haare und der blonde Typ hat sogar 150.000 Haare. Man spricht daher von einem Durchschnittwert von ca. 100.000 – 150.000 Haaren beim Menschen.

Wie auch unsere Hautzellen sich in einem regelmäßigen Rhythmus erneuern, so wachsen auch bei uns immer neue Haare nach. Es gibt sogar „schlafende“ Haare, dies sind Haare, die unter der Haut in ihren Follikeln verbleiben, um dann irgendwann zu wachsen (ein kritischer Punkt bei dauerhaften Haarentfernungen). 

Unsere Haare durchlaufen während ihres Lebens drei Phasen: die Wachstumsphase, gefolgt von der Ruhephase und zum Schluss der Ausfallphase. Diese muss allerdings keinen Anlass zur Sorge bereiten, denn sie ist ganz normal.

Sorgen machen muss man sich erst, wenn das Haar sich so zu lichten beginnt, dass man die Kopfhaut durchschimmern sehen kann. Auch kreisrunder Haarausfall sollte genauer betrachtet werden.

In den meisten Fällen ist ein Haarausfall hormonell bedingt. Natürlich kann man auch erblich vorbelastet sein. Männer, die auf alten Fotos ihre männlichen Vorfahren alle mit Glatze sehen, werden höchstwahrscheinlich selbst mit zunehmendem Alter einen Haarverlust zu beklagen haben.

Der Beginn einer Glatze kann sich bereits im Alter von 20 Jahren abzeichnen und es kommt nicht selten vor, dass bereits Männer mit 30 haarlos sind.

Das kann sogar bei einigen recht attraktiv sein: so wirkte der beliebte Schauspieler Yul Brynner (11.07.1920 – 10.10.1985) ohne Haare weitaus interessanter als mit Haaren.

Auch Kojak (gespielt von Telly Savals, 21.01.1922 – 22.01.1994) verdankte seinen Wiedererkennungswert seiner Glatze – und seinem Lolly.

In neuerer Zeit verschönt der Anblick von Lex Luthor (gespielt von Michael Rosenbaum, 11.07.1972) in den Folgen der US-Serie Smallville als glatzköpfiger Bösewicht unseren Tag.

Bei Frauen dagegen ist der komplette Haarausfall eigentlich immer DER Super-GAU schlechthin. Die meisten Frauen, die durch eine Chemotherapie ihre Haare verlieren, greifen auf eine Perücke zurück. Und selbst, wenn sie darauf verzichten – in nur ganz wenigen Fällen trauen sich glatzköpfige Frauen in die Öffentlichkeit. Eine große Ausnahme bildet hier sicherlich die ungewöhnliche, rebellische, irische Sängerin Sinéad O’Connor (08.12.1966), die mit ihrem wunderbaren Lied „Nothing compares to you“ Weltruhm erlangte. Ihr Auftritt mit rasiertem Schädel im Jahr 1987 sorgte für ziemliches Aufsehen in der Musikszene.

Nun – nur sehr wenige Frauen besitzen den Mut, sich glatzköpfig zu zeigen. Daher wird alles unternommen, um einem Haarausfall entgegenzuwirken.

Gegen den Haarausfall gibt es unzählige seriöse und unseriöse Mittel und Maßnahmen. Zahllose Medikamente und Wundermittel werden angepriesen, um den Haarausfall zu stoppen, ja, sogar um bereits verlorene Haare wieder wachsen zu lassen.

Die Mittel können unterschiedlichster Art sein. Sie reichen  von Tinkturen, die auf die Kopfhaut zu verbringen sind und Hormone, Alkohol oder Cortison enthalten – dies sind nur einige Inhaltsstoffe. In anderen Kulturen, z. B. in Indien, schwört man bei Haarausfall auf die Behandlung mit Eigenurin, der ebenfalls auf die Kopfhaut verbracht wird, und dort sogar bereits kahle Stellen wieder dichter werden lassen soll.

Die Schulmedizin in unserer modernen, westlichen Welt wird gerne auf die herkömmlichen, bekannten Präparate zurückgreifen, die sicherlich auch oft eine Verbesserung mit sich bringen. Eines wird dabei jedoch häufig vergessen: die Frage nach der Ursache.

Diese wiederum stellt sich der behandelnde Homöopath. Ein Naturheilkundler weiß sofort, dass bei einem Haarausfall das körperliche Gleichgewicht gestört ist und wird nach den Ursachen suchen.

Die Ursachen können sowohl körperlicher, als auch seelischer Natur sein. Liegen körperliche Gründe vor, so handelt es sich in recht vielen Fällen um eine Übersäuerung des Körpers, eine sogenannte Azidose.



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