Was sollten Sie beachten, um gesund zu bräunen?

Hurra – endlich ist er da, der langersehnte Sommer. Wir haben die dicken Wintersachen in die hinterste Ecke des Schrankes gepackt und freuen uns auf leichte Sommerkleidung und die belebende Sonne.

Aber gerade nach den täglich wiederkehrenden Meldungen über die Schädlichkeiten der UV-Strahlen und den damit verbundenen Risiken von der Hauterkrankung bis zur vorzeitigen Alterung sind wir vorsichtiger geworden. Wie bräunen wir richtig, ohne Schaden zu nehmen? Gibt es Regeln?

Nachfolgend nenne ich Ihnen häufig genannte Irrtümer über das Sonnen, aber auch einige gute Regeln. Wenn Sie diese befolgen, können Sie sich sorglos über Ihre braune Haut freuen.


Hier zunächst die weit verbreiteten Irrtümer:

Viele meinen, dass man im Schatten oder bei bewölktem Himmel auf Sonnenschutz verzichten kann. Das ist falsch. Die Strahlen dringen durch die Wolken, und auch im Schatten dringen noch bis zu 50% der schädlichen UV-Strahlen an die Haut.

Also: auch hier das eincremen nicht vergessen! Im Schatten bräunt man zwar insgesamt etwas langsamer, dafür ist die dort erlangte Bräune aber auch lang anhaltend.

Eine sehr merkwürdige Auffassung hört man immer wieder: dass Sonnenallergien durch zu fetthaltige Sonnencreme entsteht. Die Möglichkeit, dass dies so ist, besteht zwar durchaus, ist aber mit maximal 5% sehr gering. Meist ist die Ursache für die sogenannte Mallorca-Akne ein zu langer Aufenthalt in der Sonne mit noch nicht an die Sonne gewöhnter Haut.

Vorbeugen kann man hier mit viel Calzium und hochdosiertem Vitamin C. Die gleichzeitige Aufnahme von Beta-Karotin und Vitamin E gibt zusätzlichen Schutz, aber achten Sie hier unbedingt darauf, die empfohlenen Tagesdosis auf keinen Fall zu überschreiten. Ein zuviel dieser Stoffe kann zu gesundheitlichen Schäden führen.

Dann gibt es noch die Sonnenanbeter, die fröhlich verkünden, dass man sich mit einem Sunblocker praktisch unbegrenzt in der Sonne aufhalten kann. Das ist schlichtweg unsinnig. Es gibt nämlich überhaupt keine Sonnencreme, die vollkommen vor UV-Strahlung schützt.

Nimmt man ein Sonnenschutzmittel mit LSF 50+ (Lichtschutzfaktor über 50),  so würde das bedeuten, dass es 50-fach schützt. Bei einem Eigenschutz von 10 Minuten würde dieses Präparat dann 500 Minuten (= mehr als 8 Stunden) Schutz bieten.

Erfahrene Dermatologen raten jedoch, sich höchstens für die Hälfte der Zeit der Sonne auszusetzen, um möglichen Schäden zu entgehen.

Ein weiterer Irrtum ist die Annahme, dass man die Haut durch einige Besuche im Solarium schon gezielt auf die Sonne vorbereiten kann, und dann im Urlaub sofort  ein längeres Sonnenbrand ohne Risiko möglich ist.

Die Solarien bräunen mit UV-A-Strahlen; dadurch wird zwar Bräunung erzielt, aber kein Lichtschutz der Haut angeregt, so wie das in der Sonne passiert. Hinzu kommt, dass meist am Urlaubsort die Sonne sehr viel intensiver ist, als an unseren Wohnorten. Daher müssen auch vorgebräunte Menschen sich im Urlaub langsam an die Sonne gewöhnen.

Wir packen unsere Koffer für den Urlaub. Ah ja, da ist ja noch genug Sonnencreme vom letzten Jahr. Dass dieser noch bedenkenlos verwendet werden darf, ist ein weiterer Irrtum. Oft haben diese bereits geöffneten Behältnisse bereits länger in der Sonne gelegen und bieten somit einen hervorragenden Nährboden für Bakterien. Normalerweise halten Sonnenschutzmittel 1 Jahr, und möglicherweise ist Ihre Sonnencreme noch in Ordnung. Machen Sie aber vor dem Einpacken einen kurzen Test: schnuppern Sie, ob der Geruch noch gut ist, auf unsere Nase ist da meist Verlass.

Die gute, alte Sonnenbrille. Je dunkler, desto besser, meine viele. Das ist nur bedingt richtig. Die Tönung der Gläser sagt überhaupt nichts über den Sonnenschutz aus. Selbst wenn eine Sonnenbrille sehr dunkel ist, kann sie doch durchaus über KEINEN UV-Filter verfügen, was sehr schädliche Auswirkungen auf die Augen haben kann.

Überprüfen Sie, ob Ihre Sonnenbrille ein CE-Zeichen hat oder über die Kennzeichnung UV 400 verfügt, dann gibt sie guten Schutz. Sparen Sie hier nicht am falschen Ende, denn wer will schon eine Bindehautentzündung oder Schlimmeres riskieren.

Auch ich war bisher immer der Meinung, dass Kleidung immer einen ausreichenden Sonnenschutz bietet. Tatsache ist aber, dass ein weisses T-Shirt z. B. lediglich einen Sonnenschutzfaktor 4 hat. Das bedeutet, dass man selbst hier nur die 4-fache Zeit in der Sonne bleiben darf, ohne mögliche Hautschäden in Kauf zu nehmen.

Also: auch unter der Kleidung Sonnenschutz auftragen. Im übrigen gilt: je dunkler die Kleidung, umso höher der Sonnenschutz.

Und hier die guten Tipps:

Gehen Sie nicht in der Zeit zwischen vormittags, 11 Uhr und nachmittags, 15 Uhr in die Sonne. Die Strahlung ist dann am stärksten, ausserdem ist die Hitze gerade im Hochsommer zu dieser Zeit eh unerträglich. Die Südländer wissen schon, warum sie Siesta halten.

Wichtig: rechtzeitig eincremen – nicht erst am Strand. Als Faustregel gilt: 30 Minuten vor dem Gang in die Sonne die Schutzcreme benutzen, dann sind Sie auf der sicheren Seite.

KEINE Deos und Parfums in der Sonne benutzen – das gibt oft hässliche braune Flecken auf der Haut, die nicht mehr weggehen. Solch eine Urlaubserinnerung wünscht sich niemand.

Beschränken Sie die Aufenthalte in der Sonne auf maximal 50 pro Jahr. Alles, was mehr ist, gilt als bedenklich und ungesund.

Vermeiden Sie gerade in den ersten Urlaubstagen einen zu langen Aufenthalt in der prallen Sonne. Gewöhnen Sie Ihre Haut langsam an die neue Belastung. Am ersten Tag reicht 1 Stunde, am zweiten Tag 1,5 Stunden, und am 3 Tag sollten 2 Stunden das Maximum sein. Natürlich begeben Sie sich immer geschützt in die Sonne.

Wenn Sie diese Ratschläge beherzigen, sollte Ihnen die Sonne nichts anhaben können. Im Gegenteil: Sie sollten erholt und gesund gebräunt aus dem Urlaub zurückkehren.

Vergessen Sie nicht, vor dem Urlaub schon einen Termin bei Ihrer Kosmetikerin zu machen, damit sie Ihre Haut von den Belastungen des Sonnenbadens befreien optimal mit den notwendigen Pflegesubstanzen versorgen kann. Sie wissen ja: ein Besuch bei der Kosmetikerin ist Urlaub für Ihre Haut.



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